Goldlegierung verstehen: Feingehalt, Farben und die richtige Wahl für Schmuck

Sie halten einen Ring mit der Punze 585 in der Hand und fragen sich, wie viel Gold tatsächlich darin steckt und ob eine andere Legierung die bessere Wahl gewesen wäre? Als Goldlegierung bezeichnet man eine Mischung aus reinem Feingold und weiteren Metallen wie Silber, Kupfer oder Palladium, die Härte, Farbe und Haltbarkeit bestimmt und in Tausendteilen (z. B. 585, 750) angegeben wird. Der Ratgeber erklärt die gängigen Legierungen, die Unterschiede in Goldton, Härte und Hautverträglichkeit, die Berechnung des Materialwerts und die passende Legierung für Eheringe und Ohrringe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Feingehalt in Tausendteilen: 585 bedeutet 58,5 % reines Gold, 750 entspricht 75 % Feingold.
  • Farbe entsteht durch Zusatzmetalle: Kupfer erzeugt Rotgold, Palladium oder Silber Weißgold, Silber-Kupfer-Mix Gelbgold.
  • 585 oder 750 für Eheringe: 585 ist härter für den Alltag, 750 hat den kräftigeren Goldton.
  • Hautverträglich ohne Nickel: Palladiumbasierte Weißgoldlegierungen kommen ohne das allergieauslösende Nickel aus.
  • Materialwert hängt am Feingehalt: Der Wert pro Gramm richtet sich nach Feingoldanteil und Tageskurs.
Von
Sophie Kühl
28.08.2026
Schmelztiegel mit flüssigem Gold, Feingoldkörnern, Kupferdraht und Silbergranulat auf der Goldschmiede-Werkbank.

Was ist eine Goldlegierung und welche gibt es?

Reines Gold ist für Schmuck zu weich und verkratzt leicht. Deshalb wird Feingold fast immer mit anderen Metallen kombiniert, um Härte, Formstabilität und Farbe zu erreichen. Eine Goldlegierung ist schlicht eine Verbindung von Gold mit einem anderen Metall, besonders Kupfer und Silber. In der Praxis kommen zusätzlich Palladium, Zink, Nickel oder Platin zum Einsatz. Jede Kombination verändert Eigenschaften und Optik.

Feingehalt, Karat & Punze: So lesen Sie die Zahlen richtig

In Deutschland ist die Angabe in Tausendteilen üblich. Eine Punze „585“ bedeutet, dass 585 von 1000 Anteilen reines Gold sind, der Rest besteht aus zulegierten Metallen. Parallel existiert die ältere Karat-Angabe: 24 Karat entsprechen Feingold, 18 Karat der 750er Legierung, 14 Karat der 585er. Prüfen Sie die Punze immer an einer unauffälligen Stelle wie der Ringinnenseite. Dort finden Sie neben dem Feingehalt oft auch die Meisterpunze des Herstellers.

Übersicht: 333er, 585er, 750er, 916er und 999er Gold

In der industriellen Schmuckfertigung sind Feingehalte zwischen 333 und 750 üblich, Goldschmiede arbeiten meist mit 585 bis 999. Zu den gängigen Feingehalten zählen 333 (8 kt), 375 (9 kt), 585 (14 kt), 750 (18 kt), 916 (22 kt, typisch für arabischen Schmuck) und 999 (Feingold, meist als Barren oder Anlagemünze). Je höher der Anteil an Feingold, desto edler die Wirkung, aber auch desto weicher das Material.

Feingehalt Karat Goldanteil Typische Verwendung
333 8 kt 33,3 % Preiswerter Goldschmuck
585 14 kt 58,5 % Trauringe, Alltagsschmuck, Ketten
750 18 kt 75,0 % Trauringe, hochwertiger Schmuck
916 22 kt 91,6 % Orientalischer Schmuck
999 24 kt 99,9 % Barren, Feingoldmünzen

Goldfarben & Eigenschaften: Wie Legierungen Farbe und Härte beeinflussen

Die Zusammensetzung einer Goldlegierung bestimmt neben der Farbe auch Dichte, Härte, Haltbarkeit und Polierbarkeit. Wer die Unterschiede kennt, trifft die richtige Kaufentscheidung, gerade bei Schmuck, der täglich getragen wird.

Gelbgold, Weißgold, Rosé- und Rotgold im direkten Vergleich

Gelbgold entsteht durch eine ausgewogene Mischung aus Silber und Kupfer und behält den warmen, klassischen Schimmer. Rotgold enthält deutlich mehr Kupfer und wirkt kräftig kupferfarben, Roségold liegt mit geringen Kupferanteilen dazwischen. Weißgold wird mit Palladium oder Silber legiert, früher auch mit Nickel. Für einen strahlend weißen Ton lässt sich Weißgold rhodinieren. Bei gleichem Feingehalt bestimmen also die zulegierten Metalle die Farbe.

Die Rhodiumschicht nutzt sich beim Tragen ab, dann schimmert die leicht beige Grundfarbe des Weißgolds durch. Das ist kein Mangel, sondern normaler Abrieb. Wir rhodinieren Palladium-Weißgold nur, wenn Sie es ganz weiß möchten, und empfehlen dann eher Platin.

Hautverträglichkeit: Nickelfreie und palladiumbasierte Legierungen

Nickel gilt als häufiges Kontaktallergen und ist in modernem Qualitätsschmuck deshalb nur noch selten enthalten. Achten Sie beim Kauf explizit auf die Auszeichnung „nickelfrei“ oder „palladiumbasiertes Weißgold“. Palladium macht Weißgold teurer, ersetzt aber das allergieauslösende Nickel. Wir verwenden Palladium-Weißgold, kein Nickel-Weißgold. Die Legierung beeinflusst also nicht nur Optik, sondern auch, ob Sie den Schmuck dauerhaft beschwerdefrei tragen können. Das ist ein zentraler Punkt bei Eheringen und Ohrringen.

Welche Goldlegierung eignet sich für welchen Zweck?

Die richtige Wahl hängt vom Einsatz ab. Feingold ist zu weich für tägliche Belastung. Eine Legierung mit weniger Feingoldanteil kann dagegen härter, kratzfester und alltagstauglicher sein.

Eheringe, Ohrringe & Alltagsschmuck: 585 oder 750?

Für Trauringe aus Gold sind 585er und 750er Gold besonders beliebt. 750er Gold hat den kräftigeren Goldton. 585er Gold ist härter, kratzfester und günstiger, was es zur beliebten Legierung für Ketten, Anhänger und Alltagsschmuck macht. Für Ohrschmuck aus Gold eignen sich nickelfreie Legierungen, weil Ohrringe dauerhaft mit der Haut in Kontakt kommen. Wer viel handwerklich arbeitet, fährt mit einer härteren 585er Legierung besser; wer den warmen Goldton liebt, greift zu 750.

Zahngold & Industrie: Warum dort andere Legierungen zum Einsatz kommen

Zahngold ist ein Sonderfall: Dentallegierungen enthalten je nach gewünschten Werkstoffeigenschaften 65,5 bis 87,5 Prozent Gold, dazu Silber, Platin, Palladium oder Kupfer. In der Elektronikindustrie werden dagegen hauchdünne Feingoldbeschichtungen verwendet, weil dort Leitfähigkeit und Korrosionsschutz zählen. Welches Material Sie im Einzelfall haben, verrät die Punze. Bei Zahngold fehlt sie oft, dann hilft nur eine Analyse beim Fachmann.

Pflege, Prüfung und Erkennen echter Goldlegierungen

Auch echtes Gold verliert bei falscher Pflege an Glanz. Und nicht jedes vermeintliche Goldstück ist wirklich Gold. Gerade bei Erbstücken lohnt sich ein prüfender Blick, bevor Sie über Umarbeitung oder Verkauf entscheiden.

Pflege je Legierung: 585, 750 und Weißgold mit Rhodinierung

Reinigen Sie Gelb- und Rotgoldschmuck regelmäßig mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und weicher Zahnbürste. So erreichen Sie auch feine Gravuren gründlich. Rhodiniertes Weißgold ist heikler, weil sich die Rhodiumschicht beim Tragen abnutzt. Lassen Sie die Rhodinierung bei Bedarf erneuern. Bewahren Sie Stücke unterschiedlicher Legierungen getrennt auf, denn die Unterschiede in der Härte führen sonst zu Kratzern am weicheren Material.

Ziehen Sie Goldschmuck vor dem Sport, vor dem Schwimmen im Chlorwasser und vor dem Putzen aus.

Echtheit prüfen: Punze, Magnettest, Säuretest & XRF-Analyse

Beginnen Sie immer mit der Punze: Zahl, Meisterzeichen und teils eine Gravur mit Herkunftshinweis geben Aufschluss. Der Magnettest schließt eisenhaltige Fälschungen aus, denn Gold ist nicht magnetisch. Der Säuretest beim Goldschmied ist zuverlässiger, beschädigt aber die Oberfläche minimal. Die Röntgenfluoreszenzanalyse (XRF) bestimmt Feingehalt und Zusatzmetalle zerstörungsfrei, misst aber nur die Oberfläche. Eine exakte Analyse des ganzen Stücks erfordert eine Probe, die dabei zerstört wird. Bei wertvollen Stücken lohnt sich ein Sachverständigengutachten für Gold, das den Wert belastbar dokumentiert.

Was ist eine Goldlegierung beim Verkauf wert?

Der Materialwert einer Goldlegierung berechnet sich aus Gewicht in Gramm, Feingoldanteil und aktuellem Tageskurs. Beim Altgoldankauf zählt der reine Goldwert, Design und Marke spielen dort keine Rolle.

Ankaufspreise pro Gramm: Rechenbeispiel 333 vs. 585 vs. 750

Ein Rechenbeispiel: Bei einem angenommenen Feingoldpreis pro Gramm bringt 333er Schmuck rund ein Drittel dieses Werts pro Gramm, 585er etwa 58,5 % und 750er rund 75 %. Ankaufspreise liegen in der Praxis darunter, weil Schmelzverluste, Prüfaufwand und Marge abgezogen werden. Lassen Sie sich beim Altgoldankauf beim Goldschmied die Berechnung transparent aufschlüsseln.

Fazit: Die passende Goldlegierung für Ihr Ziel

Die richtige Goldlegierung hängt vom Zweck ab: 585 eignet sich für robusten Alltagsschmuck, 750 überzeugt mit kräftigerem Goldton, 999 kommt vor allem bei Barren und Münzen vor. Achten Sie zusätzlich auf Hautverträglichkeit und bei rhodiniertem Weißgold auf den Zustand der Rhodiumschicht. Bei Unsicherheit über Feingehalt oder Wert eines Erbstücks lohnt sich der Weg zum Fachmann.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Goldlegierung echtes Gold?

Ja, eine Goldlegierung enthält echtes Feingold, nur anteilig: 333er Gold (8 Karat) besteht zu einem Drittel aus Gold. Der Anteil an reinem Gold ist lediglich geringer als bei Feingold, weil weitere Metalle wie Silber, Kupfer oder Palladium zulegiert sind. Diese verändern Härte, Farbe und Haltbarkeit, ohne den Goldcharakter aufzuheben.

Was ist besser: 585 oder 750 Gold?

750er Gold enthält 75 % Feingold und hat den kräftigeren Goldton. 585er Gold enthält 58,5 % Feingold und ist härter, kratzfester und günstiger. Für Alltagsschmuck ist 585 eine robuste Wahl, für hochwertigen Schmuck ist 750 international üblich.

Welche Goldlegierungen gibt es?

Gängige Goldlegierungen sind: 333 (8 kt), 375 (9 kt), 585 (14 kt), 750 (18 kt), 875 (21 kt), 900 (21,6 kt), 916 (22 kt), 986 (23,6 kt) und 999 (24 kt/Feingold). In Deutschland dominieren 333, 585, 750 und 999. Höhere Karatwerte sind vor allem im arabischen und asiatischen Raum verbreitet.

Was bedeutet 585 bei Gold?

585 bedeutet, dass 585 von 1000 Anteilen reines Gold sind, also 58,5 %. Die restlichen 41,5 % bestehen aus Zusatzmetallen wie Silber, Kupfer oder Palladium, die Farbe und Härte bestimmen. In der älteren Karat-Angabe entspricht 585er Gold 14 Karat und ist eine der beliebtesten Legierungen für Alltagsschmuck.

Wie erkenne ich, ob Gold echt ist?

Prüfen Sie zuerst die Punze (z. B. 585, 750) an der Innenseite des Schmuckstücks. Ergänzend helfen der Magnettest (Gold ist nicht magnetisch), der Säuretest beim Goldschmied und die Röntgenfluoreszenzanalyse als zerstörungsfreies Verfahren, das nur die Oberfläche misst. Bei wertvollen Stücken empfiehlt sich ein Sachverständigengutachten, das den Wert belastbar dokumentiert.

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